EU-Pflichten für Unternehmen ESPR & Digital Product Passport

Die EU-Ökodesign-Verordnung (ESPR) macht den Digital Product Passport schrittweise verpflichtend. Erfahren Sie, welche Pflichten auf Ihr Unternehmen zukommen.

Hinweis

Diese Seite bietet einen Überblick über die aktuellen EU-Regelungen (Stand: March 2026). Die delegierten Rechtsakte mit konkreten Produktanforderungen werden schrittweise veröffentlicht. Für rechtsverbindliche Informationen konsultieren Sie die offiziellen EU-Dokumente.

Die ESPR-Verordnung im Überblick

Die Ecodesign for Sustainable Products Regulation (ESPR), Verordnung (EU) 2024/1781, wurde am 28. Juni 2024 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht. Sie bildet den rechtlichen Rahmen für den Digital Product Passport.

Geltungsbereich

Nahezu alle physischen Produkte, die in der EU in Verkehr gebracht werden. Ausnahmen: Lebensmittel, Futtermittel, Medizinprodukte.

Adressaten

Hersteller, Importeure, Bevollmächtigte und Händler, die Produkte auf dem EU-Markt anbieten.

Inkrafttreten

18. Juli 2024. Delegierte Rechtsakte mit produktspezifischen Anforderungen folgen stufenweise.

Durchsetzung

Nationale Marktüberwachungsbehörden prüfen die Einhaltung. Bei Verstößen drohen Sanktionen.

Konkrete Pflichten für Unternehmen

DPP-Erstellung

Für regulierte Produktkategorien muss ein Digital Product Passport erstellt und mit jedem Produkt verknüpft werden. Der DPP muss alle vorgeschriebenen Datenfelder enthalten.

Verpflichtend ab Geltungsbeginn der jeweiligen Produktkategorie

Datenträger anbringen

Ein QR-Code, Data Matrix oder NFC-Chip muss auf dem Produkt, der Verpackung oder den Begleitdokumenten angebracht werden und auf den DPP verlinken.

Kostengünstig umsetzbar — QR-Codes auf Etiketten oder Verpackungen

Daten aktuell halten

Der DPP muss während der gesamten Produktlebensdauer zugänglich und aktuell sein. Änderungen an Zertifikaten oder Materialien müssen nachgeführt werden.

Regelmäßige Pflege erforderlich — ein automatisiertes System spart Zeit

Materialdokumentation

Vollständige Dokumentation der Materialzusammensetzung inkl. besorgniserregender Stoffe (SVHC) gemäß REACH-Verordnung.

Erfordert Zulieferer-Kommunikation für Lieferkettendaten

Nachhaltigkeitskennzahlen

CO2-Fußabdruck, Energieeffizienz, Reparierbarkeits-Score, Recyclingfähigkeit und erwartete Lebensdauer nach definierten Berechnungsmethoden.

Berechnungsmethoden werden in den delegierten Rechtsakten festgelegt

Reparierbarkeits-Informationen

Verfügbarkeit von Ersatzteilen, Reparaturanleitungen und Informationen zur Zerlegbarkeit des Produkts.

Gilt insbesondere für Elektronik und Haushaltsgeräte

Zeitplan nach Branchen

Branche DPP-Pflicht ab Rechtsgrundlage Status
Batterien & Akkus 2027 EU-Batterieverordnung 2023/1542 Verabschiedet
Textilien & Bekleidung 2028 (erwartet) ESPR — Delegierter Rechtsakt In Vorbereitung
Elektronik & ICT 2028 (erwartet) ESPR — Delegierter Rechtsakt In Vorbereitung
Möbel 2029 (erwartet) ESPR — Delegierter Rechtsakt Geplant
Reifen 2029 (erwartet) ESPR — Delegierter Rechtsakt Geplant
Stahl & Aluminium 2030+ (erwartet) ESPR — Delegierter Rechtsakt Geplant
Kunststoffe 2030+ (erwartet) ESPR — Delegierter Rechtsakt Geplant
Baumaterialien 2030+ (erwartet) CPR / ESPR Geplant

Konsequenzen bei Nichteinhaltung

Verkaufsverbot — Produkte ohne gültigen DPP dürfen nicht auf dem EU-Markt angeboten werden.

Bußgelder — Die Höhe wird von den nationalen Behörden festgelegt und richtet sich nach Schwere und Dauer des Verstoßes.

Rückrufe — Behörden können die Rücknahme nicht-konformer Produkte anordnen.

Reputationsschaden — Mangelnde Transparenz wird von Verbrauchern und Handelspartnern negativ bewertet.

Checkliste: Jetzt vorbereiten

Produktkategorien prüfen: Sind Ihre Produkte von der ESPR betroffen?

Dateninventur durchführen: Welche Produktdaten haben Sie bereits digital verfügbar?

Lieferkette analysieren: Können Zulieferer die benötigten Daten liefern?

Zertifikate sammeln: Alle gültigen Zertifikate digital archivieren.

Nachhaltigkeitsdaten erheben: CO2-Fußabdruck, Energieeffizienz berechnen lassen.

DPP-Plattform wählen: Technische Lösung für die DPP-Erstellung evaluieren.

Pilotprojekt starten: Mit einem Produkt beginnen und Erfahrungen sammeln.

Team schulen: Mitarbeiter über DPP-Anforderungen informieren.

Frühzeitig starten lohnt sich

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